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" Der letzte Krieg der Engel"

1. Kapitel

Der Engel floh.

Seine weißen Schwingen hoben sich grotesk gegen die schwarzen Wellen ab, die ihm folgten.

Hinter ihm näherte sich eine Flut aus Dunkelheit, mit raschelnden Panzern, klickenden Scheren und schabenden Krallen.

Die Verfolger waren viele, und sie waren schnell. Sie würden ihn erreicht haben, ehe er die düsteren Ebenen verlassen konnte.

Er spürte ihr Heranrasen, bäumte sich in einer letzten Willensanstrengung auf, legte all seine noch verbliebene Kraft in die mächtigen Flügelschläge.

Im ersten Augenblick spürte er den Schmerz kaum, der sich durch unzählige Zähne, Krallen und Klauen ausbreitete.

Dann stürzte er ab.

 

2. Kapitel

‚Krieg!‘

‚Das bedeutet Krieg!‘

‚Warum gerade jetzt?‘

Aufgeregte Stimmen hallten durch den großen Palast am Rande der Unendlichkeit.

Man versuchte, die Nachricht geheim zu halten, damit keine Panik im Paradies ausbrach. Aber selbst den Engeln stand die blanke Angst in ihren Gesichtern geschrieben.

Viele von ihnen kannten den großen Krieg zwischen den Engeln um die Vorherrschaft im Paradies aus Erzählungen. Sie selbst waren erst später erschaffen worden. Ein paar der alten Kämpfer fanden sich in diesen Tagen im Palast ein, um an Konferenzen teilzunehmen.

Seit dem großen Krieg hatte es keine Schlachten mehr gegeben, die kämpfende Armee Gottes war klein. Die meisten Engel hatten keine Ahnung, was man mit Schwertern und Bögen anstellen konnte.

Eine Handvoll alter Veteranen würde schnell eine neue Armee aufbauen müssen. Der Angriff auf diesen einen Engel war nur eine Warnung gewesen. Helal würde sofort angreifen, sollte er von der Aufrüstung des Paradieses erfahren.

„Wer sind die Besten der Besten?“ Die Seraphim und Cherubim hatten sich an der langen Tafel im Thronsaal Gottes versammelt und der allererste Engel - die Stimme Gottes - sah jetzt fragend in die Runde, während ein junger Engel Protokoll führte.

Ein paar Namen wurden in die Runde geworfen, ihre Bilder tauchten über der Tafel als Hologramm auf, drehten sich und reihten sich dann nebeneinander auf, ihre hübschen Gesichter ausdruckslos.

„Das ist nicht viel.“ Die Stimme seufzte leise, als er das gute Dutzend betrachtete, das sich ihnen als Ausbilder ihrer neuen Armee anbot. „Was ist mit denen, die auf Erden weilen?“

Arameel war einer der ältesten Engel, hoch im Rang und reich an Erfahrung. Er schüttelte den Kopf und sah die Stimme bedauernd an. „Du denkst an die beiden Gregorie, habe ich recht? Oh Herr, sie sind viel zu eigensinnig! Du weißt, weshalb sie auf Erden sind!“

„Das mag schon sein.“ Ein anderer Seraphim mischte sich in das Gespräch ein. „Aber Arels Fähigkeiten mit dem Schwert sind wahrlich beeindruckend. Und Yardens Gemetzel sind legendär! Metatron, du solltest mit Gott reden. Er sollte Gnade walten lassen.“

„Du kennst Gott“, sagte die Stimme missmutig. „Er hat verfügt, dass die beiden auf Erden wandeln sollen, zum Schutz der Menschen. Selbst eine Gottheit kann nicht so einfach ihre Meinung ändern.“

„Es geht um das Fortbestehen des Paradieses ... und der Welt“, wies ihn ein anderer Engel hin.

Die Stimme stand mit einem Seufzen auf. „Ich werde mit Ihm reden.“ Wohl war ihm sichtlich nicht dabei. Gott konnte sehr aufbrausend sein, vor allen Dingen, wenn es um Yarden und Arel ging.

„Was haben die beiden verbrochen?“ fragte der Protokollführer, noch während die Stimme Gottes den Thronsaal verließ und sich die Luftbilder der Kämpfer verabschiedeten.

Arameel lächelte, während er mit einem Rascheln seiner Flügel aufstand und zu dem noch sehr jungen Engel ging.